21 Jul 2022

Tipps und Tricks für den nächsten Ölwechsel

Es ist wieder so weit, der Ölwechsel bei eurem Young- oder Oldtimer steht an. Mit dem passenden Handbuch zum Fahrzeug und unseren Tipps und Tricks kann fast jeder von euch zum Profi werden und die Arbeit in Eigenregie erledigen.

Doch klären wir zuerst, warum der Ölwechsel überhaupt notwendig ist. Die Hauptaufgabe des Öls ist es, durch einen Schmierfilm den Kontakt von Metall auf Metall zu verhindern. Alle Gleitlager des Motors wie Pleuellager oder Nockenwellenlager müssen geschmiert werden, um Materialfraß zu vermeiden. Zusätzlich wird der Öldruck bei einigen Motoren zum Beispiel zur Kolbenbodenkühlung, für die Nockenwellenverstellung oder das Spannen der Steuerkette benötigt. Um die ständige Schmierung und alle andere Funktionen zu gewährleisten, braucht das Öl exakt die vom Hersteller erdachte Viskosität. Doch genau diese verliert das Öl über die Zeit durch Verunreinigungen, wie Verbrennungsrückstände, Benzin und Wasser oder durch die natürliche Oxidation. Gerade bei älteren Motoren mit hoher Laufleistung empfiehlt es sich darum alle 5000 Kilometer bzw. einmal jährlich das Öl zu erneuern. Mindestens bei jedem 2. Intervall sollte der Ölfilter ebenfalls mit gewechselt werden. Dieser soll alle größeren Dreckpartikel und Metallspäne auffangen.

Unsere Tipps zum ablassen des Öls

Da sich das Prozedere des Ölwechsels von Fahrzeug zu Fahrzeug stark unterscheiden kann, ist es ratsam sich das passende Handbuch oder Reparaturanleitung zu besorgen. Dort findet man alle Infos zu den Aufnahmepunkten für den Wagenheber, die Anzugsmomente der Schrauben und Füllmengen.

Vor Beginn sollte man den Motor etwas warm fahren, das macht das Öl dünnflüssiger und das Ablassen um einiges einfacher. Beim Aufbocken ist darauf zu achten, dass sich das Fahrzeug keinesfalls so neigt, dass das Öl von der Ablassschraube weg fließt und man die größtmögliche Menge Altöl aus dem Motor bekommt. Klemmt der Ölfilter fest und es ist kein passendes Werkzeug vorhanden, so kann man auch kurzerhand einen Schraubenzieher durchschlagen und den Hebel zum Drehen nutzen.

Analyse des Öls

Ist das Öl abgelassen, so können einem der Geruch und die Farbe des Öls schon einige Hinweise zum Zustand des Motors geben. Ist das Öl stark schwarz verfärbt und riecht nach Abgasen, kann das auf schlecht schließende Ventile, oder verschlissene Kolbenringe und Ventilschaftdichtungen hindeuten. Riecht das Öl nach Sprit, dann sollte geprüft werden ob die Einspritzventile im Stand nach tropfen, bzw. die Schwimmerkammer des Vergasers einen Defekt hat. Ist das Öl ungewöhnlich hell-braun oder bildet weiße Schlieren, hat sich Wasser mit dem Öl vermischt (Emulsion). Das kommt meist durch häufiges Kurzstreckenfahren oder im schlimmsten Fall eine defekte Zylinderkopfdichtung. Einen Einblick in den Zustand der Lager und Zahnräder im Inneren des Motors kann das Aufschneiden des Ölfilters bringen. Wenn sich im Filtergewebe viel metallische Späne befindet, besteht dringender Handlungsbedarf um einen sich anbahnenden Motorschaden zu verhindern. Wer den Ölfilter nicht jedes Mal aufschneiden will, kann auf eine Ölablassschraube mit Magneten aus dem Zubehörhandel wechseln. An dieser sammelt sich die Späne dann ebenfalls.

Für alle die eine noch genauere Analyse wollen, lohnt es sich, einen Abstrich des Öls in ein Labor zu senden. Angebote dafür gibt es zahlreich online.

Wenn der neue Ölfilter angeschraubt wird, unbedingt immer vorher den Gummi-Dichtring mit etwas Öl benetzen, so geht er beim Verschrauben nicht kaputt.

Auffüllen, doch mit welchem Öl?

Ist alles wieder dicht, folgt das Auffüllen und die Frage nach dem richtigen Öl. Während man zu den Zeiten als unsere Oldi-Motoren entwickelt wurden, noch zwischen Sommer- und Winterölen unterschied, sind heute mineralische Mehrbereichsöle mit Additiven oder voll synthetische Öle der Standard. In der Regel spricht nichts gegen die künstlich hergestellten Öle, denn sie halten bei sowohl bei niedrigen als auch hohen Motortemperaturen den Schmierfilm deutlich stabiler. Zusätzlich haben sie eine reinigende Funktion, die z.B. die Ablagerung von Ölkohle verhindert. Vorsicht bei sehr alten, unrevidierten Motoren ohne Ölfilter! Hier kann es zu verstopften Ölkanälen kommen, wenn die Additive im Öl die alten Ablagerungen lösen.
Wichtig ist es, die vom Hersteller vorgegebene Viskosität einzuhalten, denn Lagertoleranzen, Ölpumpe und weitere Teile wurden genauestens auf diesen Wert abgestimmt. Nicht zu empfehlen sind die dünneren Leichtlauföle, die zum Kraftstoff sparen für moderne Motoren entwickelt wurden.

Beim Auffüllen kann man sich entweder nach den Angaben des Handbuches richten, oder schlicht dieselbe Menge rein kippen, wie abgelassen wurde. Achtung beim Verschließen des Öl-Einfüll-Deckels, sitzt dieser nicht richtig, kann der Motor Falschluft ziehen und in Folge unrund laufen.

Nach dem Start und den ersten Kilometern, unbedingt nochmals den Ölstand, sowie die Dichtigkeit aller Schrauben prüfen.

Mit diesen Tipps und Tricks wünscht euch das Oldtimerparts Team allzeit gute Fahrt!

Bei Fragen zum Thema Ersatzteilrekonstruktion und 3D-Druck, sowie Digitalisierung von Ersatzteilen sendet uns gerne eine Online-Anfrage über unsere Ersatzteilanfrage.