Rekonstruktion BMW e30 Felgendeckel 3D-Druck

Oldtimer Nabendeckel im FDM-Verfahren

Oldtimer Ersatzteil Rekonstruktion am Beispiel

Ein leidiges Thema, dass viele BMW Liebhaber der 80er-Jahre-Modelle kennen: Die Nabendeckel ihrer originalen Kreuzspeichen Felgen sind wieder einmal Dieben in die Hände gefallen oder der Verschlussmechanismus hat versagt. Sie liegen nun irgendwo im Straßengraben oder sind verloren gegangen.

So oder so, Ersatz muss her, denn kein wahrer BMW Enthusiast sieht seine Räder gerne ohne das geliebte schwarz-blaue Emblem in der Mitte.

Da die originalen Nabendeckel von BBS nur noch in begrenzter Stückzahl produziert werden, rufen die bekannten Auktionsplattformen und Vertragshändler für einen neuen Satz inzwischen Preise von mehr als 350€ auf.

Mittels Rapid Prototyping kann man diesem Marktmonopol ein Ende setzen. Die Nabendeckel der originalen Kreuzspeichen der Modelle E34 und E39 sind aus Kunststoff und lassen sich komplett im 3D-Druck Verfahren oder durch Vakuumguss herstellen. Auch für budgetbedachte E30 Fahrer, die bei der Originaltreue kleine Abstriche machen können, sind die Deckel aus Kunststoff eine Option. Für diejenigen, die den Außenring aus Aluminium an ihrer Styling 5 Abdeckung nicht missen wollen, ist Selektives Laserschmelzen, kurz SLM, genau das richtige. Dabei wird das Bauteil mittels präzisem Lasereinsatzes Schicht für Schicht aus Aluminiumpulver geschmolzen. Vorteil bei einer Neuauflage des Originalteils ist auch, dass man freie Hand beim Design hat und somit sogar einen versteckten Mechanismus zur Diebstahlsicherung integrieren könnte.

Erste erfolgreiche Versuche die Abdeckungen für Styling 5 Felgen komplett im 3D-Drucker zu reproduzieren, gelang durch die Zusammenarbeit engagierter Mitglieder eines BMW E30 Forums. Hierbei erstellten wir zunächst gemeinsam ein CAD- Modell nach Vorlage des originalen Nabendeckels, welches dann mit spezieller Software passend für den Drucker in 105 einzelne Schichten von 0.2mm Stärke zerlegt wurde. Der Vorgang verschlang 8 Stunden und rund 30 Meter eines besonders schlagfesten ABS-Filaments pro Stück. Aufgrund der einzelnen Schichten entstand eine raue Oberfläche, die dann mit Aceton-Dampf zu einem glatten Finish (Oberfläche) gebracht wurde. Zum Schluss noch im originalen Farbton lackiert und fertig ist der “homemade“ Nabendeckel.

Für die Serienfertigung kann das gleiche 3D-Modell mittels Selektivem Lasersintern, kurz SLS gefertigt werden. Die hier verarbeiteten Polyamid Kunststoffe sind robuster und witterungsbeständig. Außerdem bedarf es hier weniger Nacharbeit. Das Endprodukt wird trowalisiert und anschließend lackiert.

Obwohl hier nur mit einem 3D-Drucker für den Hausgebrauch gearbeitet wurde, ist das Ergebnis vom Original kaum zu unterscheiden und lässt erahnen, was mit additiven Fertigungsverfahren auf Industriestandart in Serienfertigung alles möglich ist.

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Blog

Im Blog berichten wir über die Erfahrungen im Bereich Rapid Prototyping und die genutzten Fertigungsverfahren bei der Ersatzteil Rekonstruktion.

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